YOU AND ME AND THE DISTANCE BETWEEN US

Englischsprachiges Theaterstück und Werkstatt zum Thema Migration

Das Projekt „YOU AND ME AND THE DISTANCE BETWEEN US – Theaterstück und Werkstatt zum Thema Migration, englischsprachig“ richtet sich vor allem an Schülerinnen und Schüler ab Klasse 8, die über den Fremdsprachenunterricht genügend englische Sprachkenntnisse erworben haben, um die sprachlichen Inhalte zu verstehen.

Die aus England stammende Performerin Ellen Muriel hat aus ihren Erfahrungen als freiwillige Helferin in griechischen und französischen Flüchtlingslagern ein Theaterstück entstehen lassen, welches mit den Mitteln des Schauspiels, des Puppentheaters und des Schattenspiels das Leben, die Situation zwischen Loslassen und Ankommen und die Träume der Flüchtenden auf der Bühne lebendig werden lässt. Das Stück wurde erfolgreich in sechs Ländern gezeigt, davon viel in Schulen, und hat dabei sein Publikum begeistert und berührt. Gemeinsam mit dem Theaterpädagogischen Zentrum Sachsen e.V. und erweitert um eine Werkstatt zum Thema Migration soll es nun an Schulen in Dresden gebracht werden.

Die Beschäftigung mit lebensweltlichen und gesellschaftlichen Themen ist entsprechend aktueller Bildungspolitik in Sachsen wesentlicher Bestandteil des schulischen Unterrichts und nicht erst seit der verstärkten Auseinandersetzung mit der Frage von Migration und Integration seit 2015 Thema des Fremdsprachenunterrichts. Im Sinne einer umfassenden Bildung soll mit diesem Projekt die Möglichkeit gegeben werden, sich mit dem Thema Migration auseinanderzusetzen. Dabei wird das besondere Potenzial des Fremdsprachenunterrichts genutzt. Fremdsprachenunterricht öffnet per se eine Tür zu interkultureller Verständigung, wobei die Benutzung einer Fremdsprache zur Artikulation und Auseinandersetzung mit eigenen Themen eine Situation der Distanzierung schafft, die im Sinne Brechts eine Annäherung unter Vermeidung bloßer Affirmation ermöglicht. Zudem wird kulturelle Hegemonie durch die unmittelbare Erfahrung des Fremdseins (in der Sprache) direkt erfahrbar in Frage gestellt.

Neben der Komponente des sprachlichen (und eher verstandesmäßig reflektierenden) Verstehens fordert das Stück durch seine künstlerische Verarbeitung des Themas auch zur empathischen Beschäftigung heraus. Es appelliert an grundlegende menschliche Gefühle und trägt somit zum emotionalen Nachvollzug der Situation von Menschen auf der Flucht bei.
Insofern erfüllt das Projekt die Bedingungen des Beutelsbacher Konsens‘ vollständig, verfügt dabei aber über eine besondere Attraktivität für den Bereich Schule und Fremdsprachenunterricht, da fremdsprachliche Angebote in diesem Themenbereich kaum vorhanden sind.

In der anschließenden Nachbereitung werden die Inhalte des Stückes vertieft, Gedanken der Schülerinnen und Schüler aufgenommen und Fragen beantwortet. In einer weiterhin (je nach Bedarf) anschließenden Werkstatt wird dies auch spielerisch getan, im eigenen kreativen Umgang können die Inhalte des Stückes nachvollzogen und eigene Bedürfnisse/Haltungen ausgedrückt, eine intensive Auseinandersetzung auf verstandesmäßiger sowie emotionaler Ebene wird möglich.

Stückentwicklung, Regie und Realisation: Ellen Muriel
Theaterpädagogik: Dirk Strobel

Link zur Projektwebsite

Nächste Vorstellungen:

Datum: 05.10.2018

Uhrzeit: 20.00 Uhr

Ort: Projekttheater Dresden, Louisenstraße 47, 01099 Dresden

Last modified: 8. August 2018