Undine kommt nach Pieschen

Undine kommt nach Pieschen

Ein inklusives Stadtteilprojekt – Straßentheater in Pieschen

Der Dresdner Stadtteil Pieschen ist ein Lebensbereich mit einer dynamischen Entwicklung, die sich in Form von Sanierungsgebieten, zahlreichen Neubauten und einer Entwicklung zu einer „zweiten studentischen Neustadt“ widerspiegelt. Viele unterschiedliche Milieus prägen das Bild des Stadtteils, viele sehr unterschiedliche Menschen wohnen hier. Bei all den Unterschieden und gegenseitigen Vorbehalten – wie kommen all diese Menschen zusammen? Mit „Undine kommt nach Pieschen“ möchten wir den Austausch der Menschen untereinander fördern.

 

Die Idee und das Stück

Die Künstlerin Angela Hampel hat 1998 eine Skulptur mit Namen „Undine kommt“ geschaffen. Heute steht diese direkt am Kopf der Molebrücke an der Elbe und ist das inoffizielle Wahrzeichen von Pieschen. Die Gestalt der Undine ist aber schon viel älter, bekannt geworden ist sie vor allem durch den romantischen Roman „Undine“ von Friedrich de la Motte Fouqué aus dem frühen 18. Jahrhundert. Dort ist das Wasserwesen auf das Land gekommen, um sich mit einem Menschen zu verbinden. Denn als Elementarwesen besitzt sie keine Seele und kann nur so zu einer gelangen. Dies ist unser Ausgangspunkt, unser Einstieg in einen Dialog mit den Pieschenern: die Suche nach Menschen und deren Seelen, also nach ihren Gefühlen, Träumen, Ängsten, Wünschen.

Unsere Undine – dargestellt mit einer 2,50 Meter großen Puppe – steigt aus der Elbe, macht sich mit den Menschen auf Straßen und Plätzen in Pieschen bekannt. Mit ihr unterwegs ist der Nöck, ein Wassermann, der Hofmarschall ihres Vaters Kühleborn. Sie hört den Menschen zu, lässt sich ihre Geschichten erzählen und berichtet selbst von Geschehnissen in Pieschen, die sie vom Elbegrund aus beobachten und erfahren konnte.

Undine selbst fühlt sich anfangs unter den Menschen fremd und als Außenseiterin, da sie ein Elementarwesen ist. Empfindet sie dies zuerst als Schwäche und Nachteil, entdeckt sie aber im Spiel eimmer stärker, welche Fähigkeiten und positiven Eigenschaften sie besitzt. Dadurch wird sie zum Vorbild für die zuschauenden und mitwirkenden Menschen.

So möchten wir mit dem Stück Mut machen und Menschen zur Teilhabe aufrufen, in dem sie von ihrem Leben in Pieschen erzählen. Damit wird das Projekt zu einem „Theater der Nachbarschaft“, dem Austausch und dem Miteinander.

Idee/Konzept: Walter Henckel, Dirk Strobel
Text: Walter Henckel
Puppenbau: Carl-Mathias Wieder
Spiel: Dirk Strobel (Undine), Marion Donath/Maximilian Hackeschmidt (Nöck), Frau (Lucille Drechsler)

Datum: 13.09.2018

Uhrzeit: gegen 15.30 Uhr

Ort: zwischen Altpieschen und Oschatzer Straße

Kosten: kostenfrei

 

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Last modified: 7. September 2018