AM ENDE EIN LIED

Theaterstück von Heimat und Fremde für Seniorinnen und Senioren

Der Untertitel dieser Inszenierung heißt „Theaterstück von Heimat und Fremde“. Aber ebenso ist dies ein Stück vom Ankommen und Weggehen und vom Erinnern und Vergessen. Was ist Heimat? Wie ist es, in der Fremde zu leben? Kann die Fremde zur Heimat werden? Wann geht man weg und warum? Wo und wann kommt man an? Und wie ist das mit der Erinnerung, was wollen wir lieber vergessen? Wie kann man sich überhaupt verständigen? Mit all diesen Fragen muss sich Carola Tiem auseinandersetzen, als sie den Betreuungsauftrag für eine alte Frau erhält. Keiner weiß, wie sie heißt und woher sie kommt. Und – das bringt Frau Tiem fast zur Verzweiflung – sie spricht nicht. Dabei hat Frau Tiem genügend eigene Probleme. Da ist ihre Tochter, die ein Kind erwartet von ihrem Freund, und den betrachtet sie mit Skepsis. Da ist ihre Umwelt, die sie kaum noch versteht. Für Frau Tiem ist es Zeit, sich auseinanderzusetzen – mit der Suche nach der Geschichte der alten Dame kommen die Erinnerungen und es entsteht eine besondere Nähe zwischen den beiden Frauen, die bis in die Zukunft wirkt.

Was im Bereich des Kinder- und Jugendtheaters mittlerweile selbstverständlich ist – nämlich ein eigenes, zielgruppenorientiertes Theater, hier „Klassenzimmerstücke“ genannt – ist im Bereich der Senioren nur sehr vereinzelt zu finden. Dabei ist angesichts des Wachstums dieser Bevölkerungsgruppe gerade das dringend nötig: Eine Theaterform, die speziell die Themen der älteren Menschen aufnimmt und in einer Art und Weise bearbeitet, die den besonderen Wahrnehmungsmöglichkeiten der Zuschauenden entspricht und dazu noch ohne großen technischen Aufwand in Senioren- und Pflegeeinrichtungen gezeigt werden kann. Nachdem wir unterstützt durch die Bürgerstiftung Dresden mit „Die Väter“ das deutschlandweit erste Theaterstück dieser Art entwickelt haben, führen wir mit der Inszenierung „Am Ende ein Lied“ diesen Projektbereich weiter.

Schauspiel und Puppenspiel: Bianka Heuser http://www.theatermanufaktur.de/

Text und Regie: Dirk Strobel
Dramaturgie: Walter Henckel
Puppenbau: Carsten Bürger http://carstenbuerger.de/
Assistenz: Lucille Drechsler

Stückdauer: 60 Minuten. Keine Pause.

Premiere am 9. November 2018 in der AlexA Seniorenresidenz, Hubertusplatz Dresden.

Wir danken Frau Tanaeva von der Jüdischen Gemeinde Dresden, der Betreuerin Frau Beer, Herrn Heidrich vom Diakonischen Betreuungsverein Dresden e.V. sowie Volker Dietzel für die Beratung und die Teilhabe an ihren Erfahrungen. Die Erstellung des Stückes wurde durch das Lokale Handlungsprogramm Dresden und die Bürgerstiftung Dresden mit Mitteln der Barbara&Claus Heyde-Stiftung gefördert. Die Durchführung der Vorstellungen wird durch das Landesprogramm Weltoffenes Sachsen ermöglicht.

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Nächste Vorstellungen:


Ich meine, wie kommen Sie überhaupt hierher?
Unbegreiflich.
Mit einer alten Frau so was zu machen.
Ich meine, Sie werden doch irgendwie Familie haben.
Sie werden doch nicht allein hierher gekommen sein.
Und wo sind die jetzt?
Warum passt da keiner auf?
Und ich habe jetzt das Problem.
Entschuldigung.
Das ist vielleicht etwas viel jetzt.
Für mich.
Aber ich kann Ihnen nicht helfen, wenn ich nichts über Sie weiß.

 

 

Gefördert im Rahmen des Landesprogramms „Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz“
und unterstützt durch

 

 

Last modified: 2. Oktober 2019