Forumtheater in Tunis

forumtheater in tunis

Gewaltfreie Schule Tunesien – Ein Projekt mit dem Goethe-Institut in Tunis

Im September und November 2019 lud das Goethe-Institut Tunis das TPZ Sachsen mit seinem Geschäftsführer Walter Henckel zu zwei jeweils zweitägigen Forumtheaterwerkstätten ein. Im Rahmen des Projektes „Gewaltfreie Schule Tunesien“ wurden in einer ersten Phase neun Theaterlehrer und -lehrerinnen – diese gibt es in Tunesien tatsächlich – in zwei Tagen anhand praktischer Beispiele aus dem tunesischen Schulalltag mit der Methode Forumtheater bekannt gemacht und für die nächste Phase ausgebildet.

Im November arbeiteten die neun Theaterlehrer und -lehrerinnen mit jeweils einer Gruppe von fünf bis sechs Schülern aus verschiedenen Schulen von Tunis und der Region an aktuellen Konfliktszenen tunesischer Schüler in ihrer Schule und ihrem Schulalltag. In einer zweiten Werkstatt in der Leitung von W. Henckel wurden die erarbeiteten Ergebnisse zusammengetragen und geprobt. Drei Schüler-Moderatoren übernahmen die Kommunikation mit dem Publikum, denn das ist im Forumtheater entscheidend: das Publikum findet die Lösungen für die verzwackten Situationen auf der Bühne.

„Es war ein überragendes Erlebnis, die Spielfreude, Energie und Lösungsorientiertheit der Schüler bei der anschließenden Präsentation vor zweihundert Mitschülern, Eltern, Lehrern und Honoratioren zu erleben. Zu jeder Konfliktszene meldeten sich mindestens fünf bis sechs Schüler, um ihre Lösungsidee auf der Bühne zu präsentieren und das bei wirklich schwierigen Themen wie Benachteiligung durch Armut, Gewalt zwischen Schülern, Generationenkonflikt und individueller Wunsch versus gesellschaftliche Tradition.“ (Walter Henckel)

Das Projekt wurde vom deutschen Außenministerium im Rahmen des Projektes „Transformationspartnerschaften“, das Reformprozesse und Initiativen der tunesischen Zivilgesellschaft mit zahlreichen Projekten und Fachexpertise unterstützt, finanziert.

Das Goethe-Institut in Tunis mit seiner stellvertretenden Leiterin, Amel Said, hatte das Projekt hervorragend organisiert, insbesondere der nachhaltige Aspekt, dass die Lehrerinnen und Lehrer nun an ihren Schulen die Methode Forumtheater in ihren Lehrplan integrieren können und mit den Schülerinnen und Schülern daran weiter arbeiten, ist bemerkenswert. Das TPZ Sachsen bedankt sich bei Amel Said und ihrem wunderbaren Team und insbesondere auch bei der Simultan-Übersetzerin Rafia Meziane-Dammak. Es war eine wunderbare interkulturelle Erfahrung und Begegnung.

Gewaltfreie Schule ist ein Projekt des Goethe-Instituts, gefördert durch das Auswärtige Amt.

 

 

Hier einige kurze Eindrücke aus der Weiterbildung im Oktober:

 

Und hier etwa einen Monat später, die Präsentation mit den Schülern:

 

Die Bilder und Videos wurden uns dankenswerterweise vom Goethe-Institut Tunis zur Nutzung und Veröffentlichung zur Verfügung gestellt.

 

Last modified: 23. Mai 2020